Danke an Walter Schön für die Hilfe bei der Bestimmung.
Friday, September 8, 2017
Friday, August 14, 2015
Gammaeule und Hausmutter
Schon seit Monaten treiben grüne Raupen ihr "Unwesen" in meinen Kräutern und dem Salat. Aufgrund ihrer (eher unauffälligen) Zeichnung und des charakteristischen "Katzenbuckels" bei der Fortbewegung vermutete ich, dass es sich um die Larven der Gammaeule handeln könnte. Kurzentschlossen habe ich mir eine Fauna-Box (auch Faunarium) besorgt:
Auf der einen Seite befindet sich der Fraßbereich. Als Unterlage dient Küchenpapier, das befeuchtet wird. Das Futter ist Löwenzahn - auch Salat ist möglich; die Gammeeule hat viele Futterpflanzen - und wird frisch und trocken in einer kleinen Glasflasche mit Wasser bereitgestellt. Das Futter muss täglich gewechselt werden. Auch die Unterlage wird täglich getauscht und der Kot entfernt. Deswegen auch die Trennung der Faunabox in zwei Bereiche! Die andere Seite der Box kann zunächst mit zerknülltem (Küchen-)Papier belegt werden. Die Raupen der Gammaeule suchen sich zur Verpuppung einen geschützten Bereich (Papier, manchmal auch Blatt der Futterpflanze) und spinnen sich ein. Man kann die Puppen nach einer Weile vorsichtig vom Untergrund trennen, wenn man möchte oder der Standort ungünstig ist. Ich konnte keine Schäden dadurch beobachten.
Nach dem Schlupf ist eine Kletterhilfe scheinbar nicht notwendig. Die Zeit, bis der Falter schlüpft, beträgt nur einige Tage (evtl. 1-2 Wochen?). Dann kan man ihn bewundern :) Es handelt sich tatsächlich um die Gammaeule (im ersten Bild oben befindet sich eine Raupe):
Die Fraßschäden, die die Raupen der Gammaeule bei mir hinterlassen haben, betrafen vor allem den Salat (Lollo Bionda+Rosso), das Thai-Basilikum, teilweise Genoveser- und rotes Baslikum, Kohlrabi, Borretsch sowie die Buschbohnen. Ich kann es verkraften :) und verzichte daher auch weiterhin auf ihre chemische Bekämpfung (Ablesen hilft zur Not auch).
An einem Löwenzahn fand ich eine weitere Raupe. Ich vermute eine Hausmutter, die letztes Jahr in großer Zahl an meinen Paprikas zu finden war. Leider scheint diese einen anderen Ort für die Verpuppung zu benötigen und sich in der Fauna-Box nicht sehr wohl zu fühlen. Sie frisst nicht mehr, sucht aber auch nicht das Küchenpapier oder das Futter auf. Eine Verpuppung findet (noch) nicht statt. Sie ist träge und wirkt eher trocken als "fett". Den fertigen Falter konnte ich dieses Jahr auch schon bewundern:
Thursday, May 28, 2015
Der erste Pilzspaziergang
Trotz (oder gerade wegen der) Erkältung habe ich einen kurzen Spaziergang in die Heide unternommen und dabei auch mal nach Pilzen geschaut. Das Ergebnis fiel, wie zu erwarten, sehr mau aus. Man merkt auch in der Heide die Trockenheit. Ein schöner Lichtblick war der unten abgebildete Porling auf Buchentotholz, bei dem es sich um P. tuberaster, den Sklerotien-Stielporling handeln dürfte. Außerdem waren einige alte Glimmer-Tintlinge und (vermutlich) Stockschwämmchen zu sehen.
Stellenweise war der Waldboden mit bereits blühenden Walderdbeeren bedeckt (auf meiner Terrasse trägt sie schon seit geraumer Zeit Früchte). Am Wegesrand fanden sich zudem eine Skorpionsfliege und zwei schwarze Schnegel.
Ich hoffe, die Pilzsituation bessert sich im Juni und bringt wieder viele Pfifferlinge hervor :)
Friday, April 17, 2015
Sunday, April 12, 2015
Nisthilfen und Unterpflanzung für Wildbienen
Erdbeere, Chili, Paprika, Zucchini, Wassermelone, Kirsche oder Apfel müssen bestäubt werden. Neben den Schwebfliegen (Chili und Paprika!) übernehmen das Bienen und Hummeln. Seit wenigen Tagen sind Mauerbienen hier fleißig am Nistbau. Daher möchte ich die Nisthilfen kurz vorstellen.
Wildbienenhotel (Dobar)
Ich habe zum Ende des letzten Frühjahrs ein Insektenhotel von Dobar mit Schilf und gebohrten Birkenästen als Nisthilfe aufgehängt. Interessanterweise wurden die Birkenäste zwar besucht, aber ich konnte keinen vollständig belegten Eingang finden. Stattdessen wurden schon nach kurzer Zeit die ersten Schilfröhrchen in Beschlag genommen. Wegen des ausgefransten Schnittes braucht man sich nicht unbedingt Gedanken machen - auch wenn das häufig als Qualitätsdefizit wahrgenommen wird - die Bienen schneiden sich den Eingang frei und räumen das Röhrchen aus, wenn sie Interesse haben. Auf dem Bild rechts ist übrigens eine Mauerbiene zu sehen, die gerade einen Eingang verschließt. Die Birkenhölzer werden derzeit durch die Mauerbienen ebenfalls recht gut angenommen, sind aber noch nicht vollständig belegt und verschlossen.
Unter dem Häuschen habe ich eine Blechdose mit selbst geschnittenem Schilf (in Fixzement eingegossen) angebracht. Ich habe die Schilfröhrchen unterschiedlich lang gelassen. Das führt leider dazu, dass neugierige Vögel sich schnell mal dranhängen und die Eingänge beschädigen. Mal schauen, wie das Produkt angenommen wird.
Stirnholz mit Bohrung
Das Holz war ein Zufallsfund. Eine Zitterpappel war frisch gefällt wurden und der Eigentümer erlaubte mir, ein ca. 40 cm langes und 20 cm breites Stück mitzunehmen. Ich habe dann etwa 15 cm davon abgeschnitten und mit Bohrern von 4..10 mm Durchmesser Löcher in das Stirnholz gebohrt. Da das recht spät im letzten Jahr geschah, konnte ich mit einer Ausnahme kaum Aktivitäten an dem Holz beobachten. Die Ausnahme war eine Solitärwespe, die innerhalb eines Tages gleich 4 Gänge für sich in Anspruch nahm. Einer davon (leicht schräg unten links im Bild) zeigt ein kleines Loch im Verputz. Hier hatte letztes Jahr eine Schlupfwespe das Gelege parasitiert. In den letzten Tagen hinzugekommen sind Gelege von Mauerbienen. Zwei Eingänge sind sogar schon vollständig belegt! Die Mauerbienen nehmen bevorzugt die Röhren mit 8..10 mm Durchmesser, quetschen sich mittlerweile aber auch in die nur 5..6 mm großen, da die erstgenannten schon belegt sind :)
Man kann auf dem Bild auch den Nachteil von Bohrungen im Stirnholz erkennen: durch die unterschiedliche Trocknung im Inneren und Äußeren des Holzblockes entstehen Risse. Durch diese können Parasiten eindringen. Ich werde den Block also irgendwann wechseln müssen. Als günstiger Ersatz schwebt mir entweder ein Nistholz (ca. 10 EUR) oder ein zersägter Ivar-(Eck-)Pfosten (<10 EUR) vor.
Nisthilfe von Florabest (Lidl)
Lidl bietet dieses Jahr Nisthilfen für Insekten an. Der Preis liegt bei <10 EUR. Da habe ich zugeschlagen. Das Gehäuse selbst besteht aus eher dünnen, genagelten(?) Brettern und das Metallgeflecht ist geklammert. An der Rückseite besitzt das Haus schon einen Riss. An Materialien wurden Strohwolle, Zapfen, gebohrte Äste sowie Bambusröhren eingesetzt. Ob Schmetterlinge, Marienkäfer und Florfliegen das Angebot annehmen, sei mal dahingestellt. Aber die Röhren vom Bambus und im Astholz sind im Durchmesser ausreichend, auch wenn manchmal ein Ausbohren nicht schaden könnte (notfalls hilft die Rundfeile). Die Mauerbienen haben sie sofort gut angenommen. Ob das auch bei den späteren Bienenarten so sein wird und ob die Brut überlebt, muss sich zeigen. Ich bin nicht unzufrieden, gerade bei dem Preis.
Unterpflanzung
Wildbienen benötigen auch Nahrung. Um sie anzuziehen und ihnen gleichzeitig einen interessanten ansprechenden Mix anzubieten (alles in der Hoffnung, dass sie nebenbei auch meine Nutzpflanzen besuchen), bieten sich Bienenweiden an, also Pflanzen, die den Insekten Nektar und Pollen spenden; gerade in der Stadt, wo die schmückende oft wichtiger als die ökologische Funktion einer Pflanze ist. Besonders zeitig im Jahr, wenn nur wenige Arten blühen, sind Weidearten (Salix) als erste Nahrungsquelle vorhanden. Die wunderschön blühenden Sal-Weiden (Salix caprea) sind oft der erste Treffpunkt für Bienen und Hummeln in der freien Natur, jedoch nur selten in der Stadt (Brachflächen, Vorwaldgesellschaft!). Aufmerksame Menschen haben vielleicht auch den zeitig blühenden Löwenzahn bemerkt, der u.a. unter Obstbäumen nicht fehlen sollte! Was für manche Unkraut ist, nutze ich bei meinen Obstbäumen im Kübel als Unterpflanzung, gemeinsam mit Wildkräuter- und Wildblumenmischungen. Außerdem nutze ich leere Pflanzgefäße für Gründüngerarten (Senf, Lein, Ölrettich, Phacelia etc.), die gerne besucht werden. Als echte Bienenweide entpuppt haben sich außerdem Borretsch (Gurkenkraut), der sehr schön und lange blüht, lecker in Quark und Salaten schmeckt und sich als Unterpflanzung bei Erdbeeren eignet, sowie Kapuzinerkresse, die als Unterpflanzung bei Obstbäumen Blattläuse von den Bäumen ablenkt und Hummeln anlockt. Letztere bietet i.d.R. auch Schwebfliegen Lebensraum, deren Larven Blattläuse fressen und die Hauptbestäuber an Chili und Paprika sind!
Apropos ...
Am Projekttheater in der Neustadt gibt es in der Hauswand auf Augenhöhe alte Bohrlöcher; teilweise ist der Dübel schon rausgefallen. Darin nisten derzeit Mauerbienen! Vor kurzem sah ich auch Werbung für einen einen Eltern-Kind-Nachmittag in der Neustadt/Radeberger Vorstadt zum Bau von Insektenhotels, was ich für eine schöne Idee halte. Vielleicht konnte ich ja Interesse an einem eigenen Bienenhotel wecken :)
Ausgewählte Links
Sunday, March 29, 2015
Prevent suspend/hibernate if system is remotely backed up via rdiff-backup
I usually use rdiff-backup to backup several of my systems. One is a workstation which goes to sleep after some time of idling around. Now having a user logged in running rdiff-backup (or rsync, rsnapshot etc for that matter) won't prevent the system from being put to sleep. Naturally this happens before the backup is complete. So some time ago I was looking for a resolution and recieved a suggestion to use a script in /etc/pm/sleep.d/. I had to modify the script a bit, because the query result always was true. So this is my solution in /etc/pm/sleep.d/01_prevent_sleep_on_backup now:
#!/bin/sh
. "${PM_FUNCTIONS}"
command_exists rdiff-backup || exit $NA
case "$1" in
hibernate|suspend)
if ps cax | grep -q rdiff-backup
then
exit 1
fi
;;
esac
exit 0
Currently testing ...
Update
The above works with pm-utils; but it fails with systemd. Seems I have to move and modify the script for my system.
Update 2
It doesn't work. In short: exit 1 doesn't prevent systemd from going to suspend. I can see, that the script itself leads to the results I want, so the logic is correct. But I cannot find a way to tell systemd, to stop suspend. Shouldn't it be doing this automtically in a case, where a remote user is logged in and runs a command?
Update 3
There is also a related bug report.
Monday, March 23, 2015
Start ...
Seit einiger Zeit lebe ich nun in der Dresdner Neustadt und kann eine schöne, großzügige Dachterrasse im 4. Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses nutzen. Auf diesem Blog möchte ich ein wenig von meinen Erfahrungen beim Gärtnern auf dieser Stadt-Dachterrasse aber auch beim Pflanzen von Bäumen und Sträuchern (vor allem an Gewässern) erzählen.
Wer es bis hierher noch nicht erahnt: in meiner Wohnung und auf meiner Dachterrasse finden sich viele unterschiedliche Pflanzen: u.a. Carnivore, Blumen, "Grünpflanzen", Gemüse, Beerensträucher, Obststämme, Laub- und Nadelhölzer. Auch wenn die Terrasse groß ist, sind den Ambitionen durch die Statik, den Platz- und Wasserbedarf der Pflanzen natürliche Grenzen gesetzt. Wer möchte hier schon einen 6-Meter-Apfelbaum stehen haben? Ich sicher nicht :) Aber auch auf kleinem Raum kann man viel erreichen. Dabei versuche ich, die Grundsätze der Mischkultur anzuwenden, biete Nisthilfen und Bienenweiden an und verarbeite alle pflanzlichen Reste in einer Wurmkiste zu Kompost. Hört sich das spannend an?
Aufgrund meiner Arbeit und der Berufung als Lehrer der DWA-Gewässernachbarschaft "Obere Elbe" liegen mir außerdem unsere strukturell massiv verarmten Gewässer am Herzen. Vielen davon fehlt schon das Notwendigste - nämlich standortgerechte Bäume und Sträucher im Uferbereich und im Gewässerrandstreifen. Dabei kann jeder (das Einverständnis des Besitzers bzw. Bewirtschafters des Grundstückes vorausgesetzt) viel für die Gewässer tun, indem er die richtigen Pflanzen anpflanzt. Das ist in aller Regel nicht schwer und auch in kleinem Kreis schnell getan. Das Ergebnis kann eine abwechslungsreiche Aue mit unterschiedlichen, teils sehr schön blühenden oder samenden Gehölzen sein, die das Gewässer strukturell aufwerten und gleichzeitig die Ufer befestigen, dem Hochwasserschutz dienen und z.B. Vögeln, Schmetterlingen und (Wild-)Bienen Nahrung und Lebensraum bieten. Wer das nicht glaubt, kann sich einfach mal das Europäische Pfaffenhütchen (Spindelstrauch), die Zitterpappel (Espe), die Schwarzerle, die Gewöhnliche Traubenkirsche oder eine der vielen einheimischen Weidenarten anschauen.







